
Medikamentenplan erstellen: So behalten Sie den Überblick
Wer mehrere Medikamente einnimmt, kennt die Fragen: Welche Tablette morgens, welche abends, und was war noch mal „vor dem Essen“? Ein Medikamentenplan bringt Ordnung in diesen Alltag. Er zeigt auf einen Blick, was Sie wann einnehmen, und hilft auch Angehörigen, Pflegekräften und Ihrer Apotheke.
Wie Sie den Plan Schritt für Schritt selbst erstellen, lesen Sie weiter unten.

Beispiel: Frau K. (67, fiktive Person) nimmt mehrere Medikamente zu unterschiedlichen Zeiten. Damit sie nichts verwechselt, hat sie ihre Einnahmen auf einem Blatt Papier festgehalten. Wie das gelingt, zeigen wir Schritt für Schritt.
Was ist ein Medikamentenplan?
Ein Medikamentenplan ist eine Übersicht aller Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen oder anwenden: mit Name, Stärke, Dosierung, Einnahmezeitpunkt und Anwendungshinweisen. Sie können ihn handschriftlich, ausgedruckt oder digital führen.
Wichtig ist die Unterscheidung zum ärztlichen Plan: Gesetzlich Versicherte, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, haben Anspruch auf einen Medikationsplan, den eine Arztpraxis erstellt und aushändigt. Auf Wunsch aktualisiert auch die Apotheke den Plan bei der Abgabe eines Arzneimittels.1 Ihr persönlicher Plan ergänzt diesen Plan für den Alltag, zum Beispiel mit Hinweisen zur Einnahme oder dem Datum, bis wann Ihr Vorrat reicht.
Ein Medikamentenplan hilft Ihnen dabei,
- den Überblick über alle Medikamente zu behalten, auch rezeptfreie,
- Einnahmen weniger zu vergessen oder zu verwechseln,
- Arztpraxis, Apotheke und Angehörigen schnell zu zeigen, was Sie nehmen,
- rechtzeitig zu merken, wann ein Folgerezept nötig wird.
Was gehört in einen Medikamentenplan?
Alles, was Sie regelmäßig anwenden, gehört hinein: verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente, außerdem Tropfen, Salben, Pflaster, Sprays und Nahrungsergänzungsmittel. Diese Angaben sollte Ihr Plan enthalten:
- Name und Wirkstoff: steht auf der Packung und im Beipackzettel.
- Stärke und Darreichungsform: zum Beispiel Tablette oder Tropfen.
- Dosierung: wie viel und wie oft, so wie Ihre Arztpraxis es festgelegt hat.
- Einnahmezeitpunkt: morgens, mittags, abends oder nachts.
- Anwendungshinweise: zum Beispiel vor, zu oder nach dem Essen.
- Grund der Anwendung: kurz notiert, zum Beispiel „Blutdruck“.
- Verordnende Praxis: damit klar ist, wer das Medikament verordnet hat.
- Vorrat reicht bis: ein Datum, das Sie anhand der Packungsgröße berechnen.
- Allergien und Unverträglichkeiten sowie Kontakte zu Praxis, Apotheke und Notfallkontakt.
Medikamentenplan erstellen: 5 Schritte
1. Alle Medikamente sammeln
Holen Sie alles zusammen, was Sie anwenden: aus dem Medikamentenschrank, vom Nachttisch, aus der Handtasche. Denken Sie an rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzung.
2. Angaben von der Packung übertragen
Schreiben Sie Name, Wirkstoff und Stärke direkt von der Packung ab, nicht aus dem Gedächtnis.
3. Einnahmezeiten eintragen
Übernehmen Sie Dosierung und Zeitpunkt so, wie Ihre Arztpraxis sie festgelegt hat. Ändern Sie nichts eigenmächtig und setzen Sie Medikamente nie ohne Rücksprache ab.
4. Mit Praxis oder Apotheke abgleichen
Zeigen Sie Ihren Plan beim nächsten Besuch. So fällt auf, wenn etwas fehlt oder doppelt aufgeführt ist.
5. Datum eintragen und aktuell halten
Notieren Sie, wann der Plan zuletzt geändert wurde. Bei jeder neuen Verordnung oder Änderung tauschen Sie den Plan aus und entfernen die alte Version.
Tipps: So klappt der Plan im Alltag

- Sichtbar platzieren: Hängen Sie den Plan dorthin, wo Sie Ihre Medikamente ohnehin vorbereiten, zum Beispiel an den Kühlschrank oder neben die Tablettendose.
- Wochendosierer nutzen: Eine Tablettendose mit Fächern für Morgen, Mittag, Abend und Nacht macht sichtbar, ob die Einnahme schon erledigt ist. Befüllen Sie sie einmal pro Woche anhand Ihres Plans.
- An feste Gewohnheiten koppeln: Verknüpfen Sie die Einnahme mit etwas, das Sie täglich tun, etwa Frühstück oder Zähneputzen. Ein Handy-Wecker kann zusätzlich helfen.
- Vorrat im Blick behalten: Tragen Sie ein, bis wann Ihre Packung reicht, und planen Sie das Folgerezept mit ein bis zwei Wochen Puffer ein.
- Foto vom Plan machen: Ein Bild auf dem Handy ist beim Arzt, in der Apotheke oder unterwegs schnell zur Hand.
- Bei Unsicherheit nachfragen: Haben Sie eine Einnahme vergessen, schauen Sie in den Beipackzettel oder fragen Sie Ihre Apotheke oder Praxis. Nehmen Sie nicht auf eigene Faust die doppelte Menge.
Medikamentenplan für Angehörige und Pflege

Wenn Sie Eltern, Partner oder andere Angehörige bei der Medikation unterstützen, hilft ein gemeinsamer Plan, den alle kennen:
- Eine Version für alle: Bewahren Sie die aktuelle Fassung an einem festen Ort auf und legen Sie bei Änderungen eine neue Kopie für alle Beteiligten bereit.
- Zuständigkeiten klären: Legen Sie fest, wer den Dosierer befüllt, wer Rezepte organisiert und wer bei Fragen die Praxis anruft.
- Notfall-Kopie bereithalten: Eine Kopie im Notfallordner oder in der Handtasche hilft Rettungskräften und Ärzten.
- Fragen sammeln: Notieren Sie Unklarheiten direkt neben dem Plan und besprechen Sie sie beim nächsten Praxis- oder Apothekenbesuch.
- Datenschutz beachten: Medikamentendaten sind Gesundheitsdaten. Geben Sie den Plan nur an Personen weiter, die ihn wirklich brauchen.
Mehr zur Organisation für Angehörige lesen Sie in unserem Artikel Folgerezept beantragen: So funktioniert’s für Angehörige.
Kostenlose Vorlage: Medikamentenplan zum Ausdrucken
Damit Sie sofort loslegen können, haben wir eine Wochenübersicht für Sie vorbereitet. Sie enthält Spalten für morgens, mittags, abends und nachts, Felder für Medikament, Stärke und Hinweise sowie Platz für Ihre Praxis, Apotheke, Allergien und einen Notfallkontakt. In die Zeitspalten tragen Sie die Dosis ein, zum Beispiel „1 Tablette“. Drucken Sie die Vorlage einfach auf A4 aus und füllen Sie sie von Hand aus.
Rezept geht zur Neige? Folgerezept per App anfragen
Ein aktueller Plan zeigt Ihnen auch, wann Ihr Vorrat zu Ende geht. Für Ihre Dauermedikation können Sie das Folgerezept mit MYA bequem per App bei Ihrer eigenen Arztpraxis anfragen, ohne Anruf in der Warteschleife.
- Folgerezept anfragen: Sie wählen in der App Ihre Praxis und Ihr Medikament und senden die Anfrage ab.
- Praxis entscheidet: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin prüft die Anfrage und stellt bei Freigabe das E-Rezept aus.
- Apotheken-Team prüft: Nach der ärztlichen Freigabe prüft unser Apotheken-Team Ihr E-Rezept, führt einen Verfügbarkeitscheck durch und prüft mögliche Wechselwirkungen.
- Lieferung nach Hause: Ihre Medikamente kommen bequem zu Ihnen.
So bleibt Ihr Plan aktuell und Sie behalten die Medikation im Griff. Über die Freigabe entscheidet immer Ihre Arztpraxis.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.

Angebot für Neukunden, gültig für die erste Folgerezept-Einlösung in der App. Es gelten die Bedingungen von MYA.
Folgerezept und Medikamente einfach per App

Quellen
- § 31a SGB V Medikationsplan, Bundesministerium der Justiz
